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Gesundheitsratgeber

Weibliche Erregung und Orgasmus: Verständnis ohne Mythen

Was im weiblichen Körper während Erregung und Orgasmus geschieht, was individuelle Variabilität ist und warum der Mythos von der "einzig wahren Form" unbrauchbar ist.

2 Min. Lesezeit

Das weibliche sexuelle Erleben litt lange unter zwei Fehlern: zu lange schrieben ausschließlich Männer darüber, und zu lange suchte man nach einer "richtigen" Form des Orgasmus. Beide Fehler sind aufgelöst.

Was die moderne Anatomie sagt

Die Klitoris ist ein Organ mit einem inneren und einem äußeren Teil, ihre Gesamtgröße ist mit der Prostata vergleichbar. Die Erregung aktiviert sowohl die Klitoriseichel als auch die inneren Schenkel, die die Vagina umgeben. Deshalb ist die Unterteilung in "klitoralen" und "vaginalen" Orgasmus anatomisch nicht begründet.

Die meisten Frauen erleben den Orgasmus über klitorale Stimulation. Das ist kein Mangel, sondern Biologie. Anatomisch betrachtet ist die Klitoris das Äquivalent zur männlichen Eichel des Penis, die Erwartung, dass der Orgasmus ausschließlich über vaginale Penetration erreichbar sei, ist vergleichbar mit der Erwartung, ein Mann erreiche den Orgasmus ausschließlich durch das Drücken der Hoden.

Variabilität ist die Regel, nicht die Ausnahme

Was funktioniert, ist individuell. Eine Frau braucht einen genauen Rhythmus, eine andere Abwechslung. Die eine braucht ein Jahrzehnt, um ihren Körper zu kennen, die andere weiß es schon mit zwanzig.

Die Erfahrung mit dem eigenen Körper, durch Selbstbefriedigung, Produkte zur intimen Anregung, das Gespräch mit dem Partner, ist die zuverlässigste Wissensquelle. Fachliche Hinweise sind ein Rahmen, keine Vorschrift.

Wann eine fachliche Meinung einholen

Wenn die Erregung schmerzt, wenn das Erleben eines Orgasmus nicht möglich ist und dich das beunruhigt, oder wenn du Veränderungen der Sexualfunktion bemerkst, die dir Sorgen bereiten, ist ein Gespräch beim Gynäkologen sinnvoll. Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen sind oft körperlich oder hormonell begründet und lösen sich in der Regel.

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