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Sicherheit

BDSM für Einsteiger: Einverständnis, Sicherheit und erste Schritte

Fesseln, eine Augenbinde und ein Safeword: wie man überlegt beginnt, mit Absprache und Vertrauen an erster Stelle.

ViagoShop Redaktion3 Min. Lesezeit
BDSM für Einsteiger: Einverständnis, Sicherheit und erste Schritte

In Filmen wirkt BDSM oft dramatisch und gefährlich, in Wirklichkeit beruht es jedoch auf etwas sehr Bodenständigem: auf Gespräch, Absprache und Vertrauen. Mehr als um Seile, Leder und Requisiten geht es darum, dass zwei Menschen genau wissen, was sie wollen, was sie nicht wollen und wie sie unterwegs füreinander sorgen. Genau deshalb ist für Einsteiger die wichtigste Lektion jene vor dem ersten Hilfsmittel: wie man miteinander spricht und Grenzen setzt.

Lass dich von den Begriffen oder der Ästhetik, die du im Internet siehst, nicht abschrecken. Der Anfang kann sanft und langsam sein: eine Augenbinde, eine weiche Fesselung für die Handgelenke, eine Feder, etwas Verspieltheit. Die Intensität kommt aus Vertrauen und Fantasie, nicht aus der Menge oder dem Gewicht der Ausrüstung. Viele Paare entdecken, dass der stärkste Teil gerade das Gefühl völliger Hingabe und Fürsorge ist, nicht die körperliche Schärfe.

Regeln, die immer gelten

Einverständnis ist das Fundament von allem. Alles, was geschieht, muss im Voraus abgesprochen und unterwegs bestätigt werden, denn Einverständnis ist keine einmalige Unterschrift, sondern ein lebendiger Prozess, der jederzeit zurückgenommen werden kann. In der Gemeinschaft gilt der Grundsatz "sicher, bewusst, einvernehmlich": alle drei zugleich, ohne Ausnahmen und ohne Ausreden.

Ein Safeword ist unerlässlich. Vereinbart ein Wort, das ihr sonst während des Spiels nicht aussprechen würdet, zum Beispiel "Rot" oder einen Städtenamen, und das sofort und ohne Erklärung alles stoppt. Sehr verbreitet ist das Ampelsystem: Grün heißt weiter, Gelb heißt langsamer oder ich nähere mich der Grenze, Rot heißt sofortiger Stopp. Wenn der Mund geknebelt ist oder die Stimme nicht eingesetzt werden kann, vereinbart im Voraus ein eindeutiges Handzeichen oder einen Gegenstand, den die Person hält und fallen lässt, wenn sie unterbrechen möchte.

Einige Regeln sind nicht verhandelbar: niemals den Hals fesseln, niemals die Atmung behindern und niemals eine gefesselte Person allein lassen, nicht einmal für einen Augenblick. Fessle Handgelenke und Knöchel so locker, dass ein Finger leicht zwischen Fessel und Haut gleitet; wird eine Hand blass, taub oder kalt, ist es zu eng, also löse die Fessel sofort.

Die erste Ausrüstung

Fang klein an, mit Dingen, die du schnell entfernen kannst. Weiche Manschetten mit Schnallen sind freundlicher als echte Seile, weil du sie in einer Sekunde löst und kein Wissen über Knoten brauchst. Eine Augenbinde verstärkt alle anderen Empfindungen (Erwartung, Berührung, Geräusch) und ist vielleicht das beste erste Hilfsmittel überhaupt, weil sie das Erlebnis ohne jedes Risiko vertieft. Eine Feder, eine weiche Bürste, ein Stück Eis oder das warme Wachs einer Niedertemperaturkerze bieten ein Spiel der Empfindungen, das intensiv und doch sicher ist.

Halte immer eine Schere mit stumpfer, abgerundeter Spitze bereit, wenn du etwas verwendest, das im Notfall schnell durchtrennt werden müsste. Vermeide Improvisationen mit Metallhandschellen aus dem Scherzartikelladen, denn sie klemmen oft und verletzen die Handgelenke. Für diesen Zweck hergestellte Hilfsmittel haben aus gutem Grund Sicherheitsmechanismen; das ist nicht der Bereich, um an der falschen Stelle zu sparen.

Gespräch und Pflege nach dem Spiel

Der Teil, den Einsteiger am häufigsten übersehen, ist die Pflege nach dem Spiel, Aftercare genannt. Nach einem intensiven Erlebnis brauchen Körper und Gefühle Beruhigung: eine Umarmung, ein Glas Wasser, eine warme Decke, eine stille Anwesenheit. Die hormonelle Welle, die das Spiel auslöst, kann danach ein Gefühl von Erschöpfung oder Verletzlichkeit hinterlassen, deshalb ist ein sanfter Abschluss kein Luxus, sondern Teil verantwortungsvollen Handelns.

Ebenso wertvoll ist das Gespräch am nächsten Tag, wenn ihr beide ruhig seid: was angenehm war, was unangenehm, was ihr beim nächsten Mal ändern würdet. So wird Vertrauen Schritt für Schritt aufgebaut, und jedes folgende Erlebnis ist besser, sicherer und verbindender.

BDSM für Einsteiger geht nicht darum, wie weit du gehen kannst, sondern darum, wie sicher, abgesprochen und verbunden ihr euch dabei fühlt. Fang langsam an, sprich offen und lass das Vertrauen das Tempo bestimmen, nicht den Drang, etwas zu beweisen. Die Ausrüstung ist nur ein Werkzeug: die ganze Kraft liegt in der Absprache.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Safeword?
Ein vereinbartes Wort, das alles sofort stoppt. Wählt eines, das ihr während des Spiels sonst nicht sagen würdet, häufig wird das Ampelsystem grün/gelb/rot verwendet.
Welches Hilfsmittel für den Anfang?
Eine Augenbinde und weiche Manschetten mit Schnallen. Beides ist sanft, schnell zu lösen und günstig zum Ausprobieren.
Was ist Aftercare?
Die Pflege nach dem Spiel: eine Umarmung, Wasser, Beruhigung und ein Gespräch. Sie hilft Körper und Gefühlen, ins Gleichgewicht zurückzufinden, und baut Vertrauen auf.
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